Montag, 28. Oktober 2019

Bildung mit den Händen


Der Werkunterricht, auch Werkerziehung, auch kurz als Werken bezeichnet, einschließlich des Textilunterrichts, ist ein Schulfach, in dem den Schülern handwerkliche Fähigkeiten beigebracht werden. Den Werkunterricht gibt bzw. gab es so zum Beispiel in einigen deutschen Ländern sowie in Österreich, in der Schweiz und in der DDR.

Die Schüler lernen, über das Anfertigen kleiner praktischer Gebrauchsgegenstände, das manuelle Bearbeiten von Materialien wie HolzGlasMetall oder Kunststoff und den damit verbundenen richtigen Umgang mit den entsprechenden Werkzeugen wie Hammer oder Säge. Auch werden Grundlagen der Elektronik vermittelt, indem die Schüler z. B. einen Schalter mit Lampe oder sogar eine Leuchtanzeige für Ziffern bauen.
Der Werkunterricht bereitet beispielsweise darauf vor, später selbsttätig in Haushalt oder Garten Reparaturen vornehmen zu können und ein Gefühl für die Wirkungsweise der Gegenstände in der Alltagswelt zu vermitteln. Darüber hinaus hatte der Werkunterricht früher auch eine große Bedeutung in der handwerklichen Bildung der Schüler und stellte somit auch eine Vorbereitung auf die spätere Berufsausbildung dar. Da handwerkliche Tätigkeiten (und Berufe) früher als traditionelle Männerdomäne galten, wurden in Werken bis in die 1970er Jahre (in einigen Schulsystemen auch noch länger) oft nur Jungen unterrichtet; komplementär dazu erhielten die Mädchen Unterricht in Nadelarbeit und Hausarbeiten.
Heute sind jedoch beide Fächer neutral und stehen beiden Geschlechtern offen bzw. werden in der bereits eingangs erwähnten Arbeitslehre in einem für alle verbindlichen Fach zusammengefasst. Als neuerer Ansatz des Werkunterrichts ist die Designpädagogik zu sehen.
Werken ähnelt dem Basteln. Während Werken aber ein Schulfach ist und vor allem Grundlagen vermittelt, ist Basteln ein Hobby, und erstreckt sich über weit mehr Materialien und Methoden als der Werkunterricht vermittelt.
Laut dem niedersächsischen Kerncurriculum geht es beim Werkunterricht nicht nur um die direkte Vermittlung von berufsqualifizierenden Techniken, sondern um den produktiven und erkenntnisfördernden Umgang mit ästhetischen Objekten in verschiedenen Bereichen. Die Designpädagogik ist dabei, die ästhetischen Erfahrungen durch grundlegende Vorgänge, wie Wahrnehmung und Gestaltung, zu ermöglichen. Dies ist auch die Aufgabe des klassischen Werkunterrichts. Vor allem das Planen, Entwerfen und Finden von Problemlösungen sollte ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts sein.

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