Verändert Bildung unsere Gesellschaft


Konrad Paul Liessmann (* 13. April 1953 in Villach) ist ein österreichischer Philosoph, Essayist und Kulturpublizist. Er ist Universitätsprofessor für „Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik“ an der Universität Wien. Seit 2018 ist er offiziell im Ruhestand, übt seine professoralen Tätigkeiten an der Universität Wien jedoch auf sondervertraglicher Basis bis zum Jahresende 2020 aus.
Seine Kritik am aktuellen Bildungssystem durch die Kapitalisierung des Geistes veröffentlichte Liessmann vor allem in Theorie der Unbildung, Die Irrtümer der Wissensgesellschaft und in der Streitschrift Geisterstunde. Die Praxis der Unbildung. In Geisterstunde argumentiert Liessmann gegen die Pisa-Studie und greift auch die Bildungsexperten Bernd Schilcher, Andreas Salcher, Richard David Precht und Gerald Hüther an; ihre Reformvorschläge würden die Fehler des existierenden Bildungssystems noch verstärken. Ihre Bedeutung liege weniger in der Qualität ihrer Expertise als in der medialen Aufmerksamkeit, die sie genießen. Des Weiteren kritisiert er die von Unterrichtsministerin Claudia Schmied vorangetriebene „Kompetenzorientierung“ des Unterrichts anstelle der Orientierung an reinen Inhalten, und sieht eine Transformation höherer Schulen in sozialpädagogische Anstalten. In der modernen Pädagogik und der neuen Campus-Kultur mit ihren Mikroaggressionen und Trigger-Warnings gelte Faktenwissen nicht mehr viel, die Gefühle und Befindlichkeiten der Betroffenen jedoch zählen alles.

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